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Prajnana Yoga ist ein Angebot für traditionelles Hatha Yoga in Berlin.

 

Einst suchte ein Mann einen spirituellen Meister auf und bat ihn darum, ihm die Höchste Persönlichkeit Gottes zu offenbaren. "Nichts einfacher als das", sagte der spirituelle Meister. "Siehst Du den Berg da drüben? Steige hinauf und der Herr wird sich Dir zeigen." "Wer hätte das gedacht. Das ist ja wirklich nicht schwer", dachte sich der Mann und machte sich auf den Weg. Er kletterte die Flanke des Berges entlang und wendete sich dem Gipfel zu. Der Weg war steil und beschwerlich, doch bald hatte er sein Ziel schon fast erreicht. Plötzlich jedoch rutschte der Mann ab und schlitterte einen Abhang hinunter.

Gerade noch bevor er sich zu Tode stürzte, gelang es ihm, sich an einen Ast zu klammern. Nun hing er da zwischen Himmel und Erde und konnte weder vor noch zurück. In seiner Verzweiflung fing er an zu beten: "Lieber Gott, bitte hilf' mir in meiner Not! Ich werde auch alles tun, wenn Du nur mein Leben rettest!" Und sein Gebet wurde erhört. Vom Himmel über ihm hörte er eine Stimme sagen: "Ich habe Dein Flehen gehört und wenn Du versprichst zu tun, was ich Dir sage, dann werde ich Dich unten auffangen." Der Mann blickte nach unten, konnte aber nichts sehen. Er bekam gewisse Zweifel. Dennoch antwortete er: "Ja, ich werde tun, was Du sagst! Nur rette mein Leben!" "Gut", sagte die Stimme. "Dann lasse den Ast los!"

Prajnana Yoga? Prajnana ist ein Wort aus dem Sanskrit, der Sprache des Yoga und der heiligen indischen Schriften und bedeutet "Weisheit, Intuition, höheres Wissen". Es steht auch für die Eigenschaften "erkennbar, unterscheidbar". Es heißt aber auch Bewusstsein und steht somit für die höchste Erkenntnis, der wir Menschen aus yogischer Sicht überhaupt gewahr werden können:

Die Erkenntnis des Eins-Seins mit Gott.

Ups - das Wort "Gott" ist vielleicht auch für Dich nicht nur positiv konnotiert ... ich werde mich hüten, dieses Fass aufzumachen. Ganz gleich, wie Du darüber denkst: wir würden über etwas versuchen zu sprechen, was jenseits von Sprache liegt. Deswegen lasse ich es. Nur soviel: Wie bei einem Mantra geht es hier nicht um intellektuelles Verstehen, sondern um das "Erfahren", Spüren, Fühlen... 

Zurück zur Erkenntnis ... - bis zu dieser Erkenntnis ist es meistens ein etwas längerer Weg. Warum habe ich "Prajnana" gewählt? Weil ich aus meiner eigenen Erfahrung heraus sicher bin, dass jeder Mensch nach dieser Erkenntnis strebt - oder diese Verbindung sucht und wiederherstellen möchte - auch wenn ihm das vielleicht selbst gar nicht so klar ist. Und weil Yoga ein über Jahrtausende gereiftes ganzheitliches Übungs- oder besser Erkenntnissystem für jeden von uns ist.

Weit verbreitet sind die Körperübungen (asana) - sie stehen bei vielen Yogaschulen im Vordergrund. Das ist auch gut so, denn über den Körper können wir erst einmal einen relativ leichten Zugang finden zu dem, worum es eigentlich im Yoga geht: Den Geist zur Ruhe zu bringen. Und weiter: Ohne Ruhe im Kopf keine Erkenntnis! Das ist für die meisten nicht so einfach und braucht Zeit. Allerdings spürt man die positive Wirkung des Yoga oft bereits in der allerersten Yogastunde: man fühlt sich entspannter, ausgeglichener, ruhiger.

Und es spielt meiner Auffassung nach keine Rolle, wie Du Deinen "Gott" nennst oder welches Bild Du dazu im Kopf hast: das "göttliche", innere Mitte, Zentrum, Herz, Brahman,... Wenn Du Deiner Intuition folgst - also Zugang hast zu Deinen inneren Bildern ohne bewusste Analyse - dann spürst Du, "dass da etwas ist", dann spürst Du die Verbindung zu Deinem Herzen und zu Deinem eigenen inneren Göttlichen.

Der Blick richtet sich nach und nach immer mehr nach innen. Man spürt auch, dass man das Glück, das wir alle im Leben suchen, nicht im Außen finden wird, sondern nur im eigenen Inneren entdeckt werden kann. Das ist schon für sich genommen eine große Erkenntnis. Und man geniest tatsächlich die Momente - stillsitzend, atmend, schweigend. Und man sehnt sich danach.

Und: Yoga ist kein Wundermittel. Es braucht wie alles im Leben eine gewisse Beharrlichkeit, ein Dabeibleiben, Ausdauer und das Vertrauen, dass dieser Weg der Richtige ist. Dann aber entwickeln sich im Laufe der Zeit Wahrnehmung und Achtsamkeit für den eigenen Körper – das Bewusstsein wird sozusagen „wacher“ und das Bedürfnis gewinnt an Bedeutung, immer mehr das zu tun, was deutlich erfahrbar so gut tut.

"Zurückerobern des Körpers"

Prajnana Yoga steht also - erst einmal - für das Zurückerobern des Körpers – für das Lernen, den Körper wieder wahrzunehmen, zu spüren und wieder sicher zu wissen, was ihm gut tut. Dieses Zurückerobern wird unterstützt durch bewusstes Lenken der Energieströme im Körper (pranayama), durch das Singen von Mantras… Alles andere wird sich mit Ausdauer und Geduld praktisch „wie von selbst“ entwickeln.

Alles andere? Fest steht: Wir können diesen Körper nicht ewig behalten. Insofern liegt nahe, dass wir uns hauptsächlich um unser spirituelles Selbst - die Seele - kümmern sollten. Es ist demnach einleuchtend, unser Streben darauf zu richten, was mit uns selbst geschieht und nicht, was mit unserem Körper passiert. Yoga kann der Zugang dazu sein. Mein Ansatz ist ein ganz lebenspraktischer: Man muss kein Asket, Mönch oder Eremit werden. Vielleicht ist es eine größere Herausforderung, ein reguliertes Leben zu führen und sich gleichzeitig spirituell zu bilden und zu entwickeln? Und ich vermute, dass es gut ist, sich auch über den Verstand mit seinen Zweifeln und Schwächen auseinandersetzen... Dann besteht die Aufgabe darin, mit der erforderlichen Demut die notwendige innere Ruhe zu finden und so ein positiver Beitrag für seine Mitmenschen zu werden 🙂

Yoga

Was ist Yoga? Darüber findet man Informationen ohne Ende. Aber was ist Yoga für mich? Und was kann Yoga für Dich sein? Hier findest Du einiges darüber, was Yoga für mich persönlich bedeutet und was Prajnana Yoga ist. Wenn Du Lust hast, Yoga auszuprobieren oder Fragen dazu hast, nimm gerne Kontakt zu mir auf. Wir können eine Einzelstunde vereinbaren oder Du kommst in eine meiner offenen Stunden. Zurzeit unterrichte ich im Raum für Yoga. Wie auch immer: Ich freue mich von Dir zu hören!

Mantras

Glück ist vielleicht kein Schicksal, sondern Übungssache. Die Stimme ist Ausdruck der Seele. Singen macht Freude. Das Singen und Hören von Mantras beim Yoga kann dabei unterstützen, subtile Energien zu aktivieren, unseren Geist zur Ruhe zu bringen und so das Gefühl von Zufriedenheit und Glück verstärken. In meine Yogastunden binde ich gerne Mantras ein - manchmal nur am Anfang der Stunde und in der Endentspannung – begleitet von der akustischen Gitarre. In einer speziellen Mantra-Yogastunde wird jedes asana mit einem Mantra begleitet - die Wiederholung von Silben, Wörtern oder Sätzen steht dabei im Vordergrund - mit traditionellen oder dem westlichen Musikempfinden angepassten Melodien.

Martin

Eigentlich komme ich aus einer ganz anderen Ecke: Handwerk, Architektur, Immobilien... Die erste Begegnung mit Yoga hatte ich bei Ananda Marga. Als dann eine ganze Zeit später die Dominanz der weltlichen Aufgaben nachlies und die ruhende, tiefliegende Suche „nach Gott“ sich wieder mehr Raum verschafften konnte, machte ich "zufällig" meine erste Yogastunde im Raum für Yoga. Damals war ich mir nicht klar darüber, welche Bedeutung dies für mich haben würde: Diese erste Stunde war der Beginn eines erkenntnisreichen Weges voller Veränderungen, vieler ungeahnter Erfahrungen – und ohne Übertreibung der Beginn eines neuen Lebens.

Zur Aussprache von Prajnana:
प्रज्ञान prajñāna [praj nana], das j wird wie das dsch in Dschungel gesprochen und das ñ wie in Canyon.
Die Betonung liegt auf dem mittleren ā